Open Source bei X: Transparenz statt Kontrolle?

Ich finde den Weg von Elon Musk bei X grundsätzlich richtig. Wenn ein Algorithmus darüber entscheidet, welche Informationen Millionen Menschen täglich sehen, ist es für mich ein großer Schritt in die richtige Richtung, den zugrunde liegenden Code öffentlich einsehbar zu machen. X geht hier inzwischen ungewöhnlich weit und veröffentlicht den Kern seines „X For You“-Algorithmus offen auf GitHub.

Gerade deshalb finde ich den Gegensatz zur europäischen Entwicklung interessant. Während Musk versucht, mehr Transparenz in die Funktionsweise von X zu bringen, untersucht die EU-Kommission gleichzeitig das Empfehlungssystem der Plattform und verlangt im Rahmen des DSA, dass bestimmte sogenannte systemische Risiken bewertet und reduziert werden.

Für mich liegt genau hier das Problem: Wer definiert am Ende, welches Risiko „reduziert“ werden muss und welche Informationen oder Meinungen dadurch weniger Reichweite erhalten? Natürlich braucht es Regeln gegen tatsächlich illegale Inhalte. Wenn Regulierung aber darüber hinaus zunehmend Einfluss darauf nimmt, wie Informationen sortiert, bewertet und verbreitet werden, wird für mich eine Grenze überschritten. Ich möchte lieber nachvollziehen können, wie ein Algorithmus funktioniert, als darauf vertrauen zu müssen, dass Behörden und Plattformen im Hintergrund entscheiden, was ich besser sehen oder nicht sehen sollte.

Quelle: Europäische Kommission – Kommission untersucht Empfehlungssysteme von Grok und X nach dem Gesetz über digitale Dienste
Offizielle Mitteilung der EU-Kommission

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