Warum Kontinuität für mich wichtiger geworden ist als Perfektion

Kontinuität statt Perfektion

In den letzten Monaten hat sich meine Sicht auf Training etwas verändert. Früher habe ich stärker darauf geschaut, ob ein Training besonders gut war, ob ich mich steigern konnte oder ob Ernährung und Tagesablauf möglichst genau gepasst haben. Inzwischen interessiert mich etwas anderes deutlich mehr: Schaffe ich es, über Wochen und Monate dranzubleiben?

Das klingt zunächst wenig spektakulär. Gerade deshalb ist es für mich aber eine der wichtigeren Erkenntnisse aus meinem bisherigen Training geworden.

Wenn ich heute meine Aufzeichnungen in Garmin durchsehe, sehe ich dort nicht nur einzelne gute oder schlechte Trainingstage. Ich sehe vor allem eine lange Reihe absolvierter Einheiten. Manche davon waren richtig gut. An anderen Tagen war weniger möglich. Trotzdem gehören beide zu derselben Entwicklung.

Was mir meine Garmin-Daten inzwischen zeigen

Meine Garmin-Uhr begleitet mich bei fast jedem Training. Anfangs waren für mich vor allem die einzelnen Werte interessant. Mittlerweile schaue ich wesentlich häufiger auf längere Zeiträume.

Intensitätsminuten, Herzfrequenz während der Belastung und meine Aktivitäten ergeben über mehrere Wochen und Monate ein viel interessanteres Bild als die Daten eines einzelnen Tages. Gerade bei den Schritten merke ich das immer wieder. Ein sehr aktiver Tag sagt wenig darüber aus, wie viel ich mich insgesamt bewege. Erst der Durchschnitt über einen längeren Zeitraum zeigt mir, wie mein Alltag tatsächlich aussieht.

Ähnlich empfinde ich es beim Krafttraining. Eine besonders starke Einheit fühlt sich natürlich gut an. Für meine persönliche Bilanz sind aber die vielen normalen Einheiten mindestens genauso wichtig. Sie sind der Teil des Trainings, der leicht übersehen wird, weil dabei nichts Außergewöhnliches passiert.

Wenn ich einige Monate zurückblicke, sehe ich deshalb weniger einzelne Bestleistungen als vielmehr eine Entwicklung, die aus vielen Wiederholungen entstanden ist. Genau dafür sind die Garmin-Daten für mich inzwischen besonders wertvoll. Sie sind zu einer Art Trainingstagebuch geworden.

Krafttraining ist weiterhin meine Basis

Krafttraining hat in meinem Training eine klare Priorität. Mit über 60 beschäftige ich mich zwangsläufig stärker damit, Muskulatur und Leistungsfähigkeit möglichst lange zu erhalten. Dabei geht es mir nicht darum, bei jeder Einheit möglichst schwere Gewichte zu bewegen.

Viel wichtiger ist mir geworden, regelmäßig zu trainieren.

Natürlich möchte ich Fortschritte machen. Ich möchte stärker werden und Muskulatur aufbauen beziehungsweise erhalten. Aber nicht jedes Training läuft gleich. Schlaf, Tagesform, Belastung und manchmal einfach die Motivation spielen dabei eine Rolle. Früher hätte ich einer schlechten Einheit vielleicht mehr Bedeutung gegeben. Heute ordne ich sie anders ein.

Wenn ich zwei oder drei Einheiten in einer Woche absolviert habe und das über viele Wochen hinweg wiederhole, ist eine einzelne schwächere Einheit nur ein sehr kleiner Ausschnitt. Entscheidend ist für mich inzwischen die Summe.

Das nimmt dem Training auch ein wenig den Druck. Ich muss nicht jedes Mal beweisen, dass es vorangeht. Ich muss vor allem wiederkommen.

Auch bei der Ernährung funktioniert Perfektion für mich nicht

Bei meiner Ernährung beobachte ich etwas Ähnliches. Ich möchte genügend Eiweiß aufnehmen und meine Ernährung so gestalten, dass sie zu meinem Training und meinen Zielen passt. Gleichzeitig muss das Ganze in meinem normalen Alltag funktionieren.

Extreme Diäten interessieren mich deshalb immer weniger. Eine Ernährung kann auf dem Papier noch so gut aussehen – wenn ich sie nur für kurze Zeit durchhalte, bringt sie mir langfristig wenig.

Auch hier ist die Parallele zum Training für mich ziemlich deutlich geworden. Ein einzelner perfekter Ernährungstag verändert genauso wenig wie eine einzelne hervorragende Trainingseinheit. Interessanter ist, wie die meisten meiner Tage aussehen.

Das bedeutet nicht, dass mir Details egal geworden sind. Im Gegenteil: Ich schaue weiterhin auf meine Daten und darauf, was ich esse. Ich bewerte diese Dinge nur zunehmend im Zusammenhang und nicht mehr isoliert.

Was ich aus den vergangenen Monaten mitnehme

Wenn ich heute meine Trainingshistorie durchgehe, sehe ich keinen geraden Weg nach oben. Es gibt bessere Wochen und schlechtere Wochen. Einheiten, auf die ich zufrieden zurückblicke, und andere, die einfach erledigt wurden.

Vielleicht liegt genau darin für mich inzwischen der Unterschied zwischen einem kurzfristigen Fitnessprojekt und dem Training, das ich dauerhaft machen möchte.

Ich will nicht für einige Wochen perfekt trainieren. Ich möchte auch in einigen Jahren noch trainieren können.

Garmin hilft mir dabei, diesen Weg sichtbar zu machen. Die Uhr erledigt natürlich keine einzige Wiederholung für mich und sie sorgt auch nicht dafür, dass ich an einem Tag mit wenig Motivation ins Training gehe. Aber meine Daten zeigen mir im Rückblick etwas, das ich im Alltag leicht übersehe: Viele unspektakuläre Trainingstage ergeben irgendwann mehrere Monate konsequenter Arbeit.

Das ist momentan wahrscheinlich die wichtigste Erkenntnis, die ich aus meinem Training mitnehme.

Nicht die perfekte Einheit verändert meinen Weg.

Sondern die Tatsache, dass nach ihr die nächste kommt.

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