CLARITY Act vor entscheidender Abstimmung: Was sich für den Kryptomarkt ändern könnte

CLARITY Act vor entscheidender Abstimmung: Was sich für den Kryptomarkt ändern könnte

Am 15. September 2026 steht in den USA eine wichtige Abstimmung für die weitere Regulierung des Kryptomarktes an. Im Senat soll über das weitere Verfahren zum Digital Asset Market Clarity Act, kurz CLARITY Act, abgestimmt werden.

Dabei handelt es sich noch nicht um die endgültige Verabschiedung des Gesetzes. Zunächst muss der CLARITY Act eine wichtige Verfahrenshürde überwinden. Für diese Abstimmung werden 60 Stimmen benötigt. Ob diese Mehrheit zustande kommt, ist derzeit noch offen. Das berichtet unter anderem CoinDesk zur aktuellen Fassung des Gesetzes

Was würde sich durch den CLARITY Act ändern?

Im Kern geht es darum, einen wesentlich klareren gesetzlichen Rahmen für digitale Vermögenswerte in den USA zu schaffen. Eine der wichtigsten Fragen ist dabei, welche Kryptowerte als Wertpapiere und welche als digitale Commodities behandelt werden und damit auch, wann die SEC beziehungsweise die CFTC zuständig ist.

Der zuständige Ausschuss des US-Senats beschreibt das Ziel des Gesetzes als klare Regeln für digitale Assets, stärkeren Verbraucherschutz und mehr Rechtssicherheit für Unternehmen. Der CLARITY Act wurde bereits im Mai mit 15 zu 9 Stimmen aus dem Senate Banking Committee auf die nächste Stufe gebracht. Das Senate Banking Committee erläutert hier den bisherigen Gesetzgebungsprozess.

Für den Kryptomarkt wäre das aus meiner Sicht ein wesentlicher Unterschied zur bisherigen Situation. Unternehmen hätten klarere Vorgaben, welche Regeln für ihre Produkte gelten und mit welcher Behörde sie es zu tun haben. Gerade für amerikanische Kryptounternehmen ist diese regulatorische Unsicherheit seit Jahren ein wichtiges Thema.

Mit der möglichen Bedeutung des Gesetzes für Unternehmen wie Coinbase und Circle habe ich mich bereits ausführlicher in meinem Artikel „Kann man Krypto-Aktien noch wie Amazon im Jahr 2000 kaufen? Coinbase, Circle und das 10x-Potenzial des CLARITY Act“ beschäftigt.

DeFi bleibt einer der Streitpunkte

Ganz abgeschlossen sind die Verhandlungen noch nicht. Die aktuelle Fassung enthält unter anderem Änderungen für den DeFi-Bereich. Bestimmte DeFi-Anbieter könnten künftig unter bestimmten Voraussetzungen Registrierungs- und Geldwäschevorschriften erfüllen müssen.

Gleichzeitig gibt es weiterhin politische Streitpunkte. Dazu gehören der Umgang mit Stablecoin-Erträgen, Geldwäschevorschriften sowie Forderungen nach strengeren Ethikregeln für hochrangige Regierungsvertreter. Genau deshalb ist derzeit noch nicht sicher, ob die notwendigen 60 Stimmen erreicht werden. CoinDesk

Warum mich die Abstimmung interessiert

Ich halte den 15. September deshalb für einen wichtigen Termin. Eine erfolgreiche Abstimmung würde noch nicht bedeuten, dass der CLARITY Act endgültig beschlossen ist. Sie würde aber zeigen, dass es im Senat genügend Unterstützung gibt, um das Gesetzgebungsverfahren weiterzuführen.

Sollte die Abstimmung dagegen scheitern, dürfte sich die erhoffte regulatorische Klarheit in den USA erneut verzögern.

Gerade mit Blick auf die zunehmende Verbindung zwischen klassischer Finanzwelt und Blockchain halte ich klare Regeln für besonders wichtig. In meinem Artikel über tokenisierte Aktien und Wertpapiere habe ich bereits beschrieben, wie stark diese beiden Welten inzwischen zusammenwachsen.

Für mich ist deshalb weniger entscheidend, ob der Kryptomarkt unmittelbar nach der Abstimmung steigt oder fällt. Interessanter ist die langfristige Frage: Bekommen Kryptowährungen und Blockchain-Unternehmen in den USA endlich einen verlässlichen gesetzlichen Rahmen?

Am 15. September wissen wir zumindest ein Stück mehr.

Update vom 16. September 2026

Der CLARITY Act hat die entscheidende Verfahrensabstimmung im US-Senat nicht überstanden. Mit 49 zu 50 Stimmen verfehlte der Gesetzentwurf deutlich die erforderlichen 60 Stimmen, die notwendig gewesen wären, um die weitere Beratung einzuleiten.

Damit wurde der CLARITY Act nicht endgültig abgelehnt, ist vorerst aber blockiert. Die erhoffte regulatorische Klarheit für den amerikanischen Kryptomarkt verzögert sich erneut. Ob noch ein überarbeiteter Kompromiss zustande kommt, ist angesichts der bevorstehenden Zwischenwahlen ungewiss. Meine ursprüngliche Einschätzung im Artikel muss deshalb angepasst werden: Eine zeitnahe Verabschiedung ist derzeit deutlich unwahrscheinlicher geworden.

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