Wie viel könnte Bitcoin einmal wert sein? Eine Rechnung über Gold, Geld und globale Akzeptanz

Wie hoch kann Bitcoin steigen?

Wer sich länger mit Bitcoin beschäftigt, kommt irgendwann zwangsläufig zu einer Frage: Wie viel könnte ein Bitcoin langfristig eigentlich wert sein?

Ich meine damit nicht die nächste Kursbewegung auf 90.000 oder 100.000 Dollar und auch nicht die üblichen Kursprognosen für das kommende Jahr. Mich interessiert vielmehr die mittel- und langfristige Perspektive. Was passiert, wenn Bitcoin tatsächlich zu einem weltweit akzeptierten Wertspeicher wird? Was passiert, wenn immer mehr institutionelle Anleger Bitcoin halten, Unternehmen ihn in ihre Bilanzen aufnehmen und Staaten beginnen, strategische Bitcoin-Reserven aufzubauen?

Und was wäre, wenn Bitcoin irgendwann einen erheblichen Teil der Rolle übernimmt, die Gold seit Jahrtausenden als Wertspeicher erfüllt?

Solche Überlegungen führen schnell zu Kurszielen von 250.000, 500.000 oder sogar einer Million Dollar. Das klingt zunächst gewaltig. Aber statt einfach irgendeine Zahl in den Raum zu stellen, kann man die Sache auch anders betrachten:

Welche Marktkapitalisierung müsste Bitcoin erreichen, damit solche Kurse überhaupt möglich werden – und wie groß wäre Bitcoin dann im Vergleich zu Gold und zum weltweiten Geldsystem?

Genau das möchte ich in diesem Artikel versuchen. Es geht dabei ausdrücklich nicht um eine Kursprognose, sondern um verschiedene Szenarien und die Frage, was passieren müsste, damit Bitcoin diese Größenordnungen erreichen kann.

21 Millionen Bitcoin – mehr werden es nicht

Der Ausgangspunkt jeder langfristigen Bitcoin-Betrachtung ist für mich die Begrenzung des Angebots.

Das Bitcoin-Protokoll begrenzt die maximale Menge auf 21 Millionen Bitcoin. Diese Knappheit ist einer der zentralen Unterschiede zu klassischen Fiatwährungen und inzwischen so bedeutend geworden, dass selbst das Weiße Haus bei der Einrichtung der amerikanischen Strategic Bitcoin Reserve ausdrücklich auf das feste maximale Angebot von 21 Millionen BTC verwiesen hat. The White House

Ganz korrekt ist allerdings die häufig verwendete Aussage „Bitcoin hat keine Inflation“ nicht. Noch entstehen mit jedem Block neue Bitcoin. Seit dem Halving 2024 beträgt die Blockbelohnung 3,125 BTC. Dieser Prozess setzt sich mit weiteren Halvings fort, bis irgendwann nahezu alle 21 Millionen Bitcoin erzeugt worden sind.

Der entscheidende Unterschied zu staatlichen Währungen ist für mich deshalb nicht, dass Bitcoin heute überhaupt keine zusätzliche Geldmenge mehr erzeugt. Der Unterschied ist: Ich weiß heute schon, wie groß das maximale Angebot jemals sein kann. Keine Zentralbank kann aufgrund einer Wirtschaftskrise plötzlich weitere zehn Millionen Bitcoin erzeugen. Kein Politiker kann beschließen, dass zur Finanzierung eines Haushaltsdefizits die maximale Bitcoin-Menge erhöht wird. Bei Euro, Dollar oder Yen gibt es eine solche mathematisch festgelegte Obergrenze nicht. Gerade in einer Welt ständig steigender Staatsschulden ist das für mich einer der wichtigsten Gründe, warum Bitcoin langfristig als Wertspeicher interessant bleibt.

Wer sich näher damit beschäftigen möchte, warum diese Knappheit für Bitcoin so entscheidend ist, dem empfehle ich auch meine Zusammenfassung von „Der Bitcoin-Standard“. Dort geht es ausführlicher um hartes und weiches Geld und darum, warum Menschen überhaupt bestimmte Dinge als Wertspeicher verwenden.

Von wenigen Dollar auf sechsstellige Kurse

Wenn wir über die Zukunft sprechen, lohnt sich auch ein Blick zurück. Bitcoin hat in seiner bisherigen Geschichte eine Wertentwicklung hingelegt, die kaum mit einer anderen großen Anlageklasse vergleichbar ist. Aus einem anfangs nahezu wertlosen digitalen Experiment wurde ein Vermögenswert mit einer Marktkapitalisierung von zeitweise mehreren Billionen Dollar. Natürlich wäre es unseriös, diese Vergangenheit einfach fortzuschreiben.

Ein Vermögenswert mit einer Marktkapitalisierung im Billionenbereich kann sich nicht mehr so leicht verhundertfachen wie ein Vermögenswert mit einigen Millionen oder Milliarden Dollar Marktkapitalisierung. Je größer Bitcoin wird, desto mehr Kapital beziehungsweise Nachfrage ist notwendig, um die Bewertung weiter steigen zu lassen. Trotzdem zeigt die Vergangenheit etwas anderes sehr deutlich: Bitcoin hat inzwischen mehrere Zyklen, massive Kurseinbrüche und unzählige Diskussionen über sein angebliches Ende überstanden.

Die entscheidende Frage ist für mich deshalb nicht, ob sich die vergangenen prozentualen Kurssteigerungen wiederholen. Sondern: Wie groß ist der Markt, in dem Bitcoin langfristig konkurrieren könnte?

Der vielleicht wichtigste Vergleich: Bitcoin gegen Gold

Wenn Bitcoin tatsächlich zunehmend als „digitales Gold“ wahrgenommen wird, liegt der Vergleich mit Gold nahe. Und hier wird es interessant. Nach aktuellen Berechnungen des World Gold Council wurden in der Geschichte der Menschheit ungefähr 220.700 Tonnen Gold gefördert. Der gesamte oberirdische Goldbestand hatte Ende 2025 einen geschätzten Wert von rund 31 Billionen US-Dollar. Allein Zentralbanken und andere offizielle Institutionen hielten davon etwa 38.600 Tonnen im Wert von ungefähr 5 Billionen Dollar. Bitcoin ist davon noch weit entfernt. Und genau deshalb finde ich diesen Vergleich so interessant.

📊 Bitcoin heute vs. Gold

Bitcoin besitzt aus meiner Sicht einige Eigenschaften, die ihn als Wertspeicher ausgesprochen interessant machen. Er ist weltweit übertragbar, leicht teilbar, digital überprüfbar und seine maximale Menge ist bekannt.

Gold besitzt dagegen einen entscheidenden Vorteil, den Bitcoin nicht einfach aufholen kann: Jahrtausende Vertrauen. Außerdem wird Gold von Zentralbanken weltweit als Reserve gehalten und besitzt einen riesigen, liquiden Markt. Allein 2025 wurden laut World Gold Council durchschnittlich Goldgeschäfte im Wert von rund 361 Milliarden Dollar pro Tag abgewickelt. World Gold Council

Bitcoin muss Gold deshalb meiner Meinung nach überhaupt nicht vollständig ersetzen. Schon wenn Bitcoin langfristig nur einen Teil der heutigen Rolle von Gold als Wertspeicher übernimmt, ergeben sich bemerkenswerte Größenordnungen.

Was wäre Bitcoin wert, wenn er einen Teil des Goldmarktes erreicht?

Rechnen wir bewusst vereinfacht mit maximal 21 Millionen Bitcoin und einem Goldmarkt von rund 31 Billionen Dollar:

Anteil am heutigen GoldwertBitcoin-Marktkapitalisierungtheoretischer Preis je BTC
10 %3,1 Bio. $ca. 148.000 $
25 %7,75 Bio. $ca. 369.000 $
50 %15,5 Bio. $ca. 738.000 $
100 %31 Bio. $ca. 1,48 Mio. $

Das ist keine Kursprognose. Die Rechnung zeigt lediglich, welche Bewertung Bitcoin erreichen würde, wenn seine Marktkapitalisierung einen bestimmten Anteil des heutigen Goldwertes erreicht. Und genau deshalb finde ich sie so interessant.

Ein Bitcoin-Kurs von 500.000 Dollar würde bei maximal 21 Millionen BTC einer Marktkapitalisierung von ungefähr 10,5 Billionen Dollar entsprechen. Das wäre gewaltig.

Bitcoin wäre damit aber immer noch nur ungefähr ein Drittel so groß wie der heutige gesamte oberirdische Goldbestand. Selbst eine Million Dollar pro Bitcoin entspräche bei 21 Millionen BTC etwa 21 Billionen Dollar. Bitcoin wäre damit noch immer kleiner als der heutige Goldmarkt.

📊 Bitcoin-Kurs bei unterschiedlichem Anteil am Goldmarkt

Was wäre Bitcoin wert bei 10 %, 25 %, 50 % oder 100 % des heutigen Goldmarktes?
Rein mathematische Szenarien auf Basis von maximal 21 Millionen BTC und einem Goldmarkt von rund 31 Billionen US-Dollar. Keine Kursprognose.

Bitcoin muss kein alltägliches Zahlungsmittel werden

Eine der ursprünglichen Ideen hinter Bitcoin war natürlich ein elektronisches Peer-to-Peer-Zahlungssystem. Ob Bitcoin irgendwann tatsächlich im großen Stil verwendet wird, um Kaffee, Lebensmittel oder die Restaurantrechnung zu bezahlen, halte ich für seine langfristige Bewertung allerdings gar nicht mehr für entscheidend. Gold wird schließlich ebenfalls kaum verwendet, um im Supermarkt zu bezahlen. Trotzdem besitzt der gesamte oberirdische Goldbestand einen Wert von rund 31 Billionen Dollar.

Bitcoin könnte langfristig deshalb zwei unterschiedliche Funktionen erfüllen: als Wertspeicher und Reserve-Asset auf der einen Seite und als global übertragbares Zahlungs- beziehungsweise Settlement-Netzwerk auf der anderen. Technologien wie das Lightning Network können kleinere und schnellere Bitcoin-Zahlungen ermöglichen. Für die langfristige Bewertung halte ich aber eine andere Frage für noch wichtiger:

Wie viel Vermögen möchten Menschen, Unternehmen, Fonds und möglicherweise Staaten langfristig in Bitcoin speichern?

Staaten als Bitcoin-Käufer – aus der Theorie wurde Realität

Vor wenigen Jahren klang die Vorstellung einer staatlichen strategischen Bitcoin-Reserve noch ziemlich exotisch. Heute existiert sie.

Am 6. März 2025 unterzeichnete US-Präsident Donald Trump eine Executive Order zur Einrichtung einer Strategic Bitcoin Reserve der Vereinigten Staaten. Das Weiße Haus bezeichnet Bitcoin darin aufgrund seiner Knappheit und Sicherheit ausdrücklich als „digital gold“ und spricht von Bitcoin als einem einzigartigen Wertspeicher im globalen Finanzsystem. Bitcoin, die der Reserve zugeführt werden, sollen grundsätzlich nicht verkauft, sondern als Reservevermögen gehalten werden. Wer die Primärquelle lesen möchte, findet die Executive Order direkt beim Weißen Haus.

Noch interessanter finde ich einen weiteren Punkt: Das US-Finanz- und Handelsministerium darf Strategien entwickeln, um zusätzliche Bitcoin zu erwerben, sofern diese budgetneutral sind und dem amerikanischen Steuerzahler keine zusätzlichen Kosten verursachen. Das bedeutet nicht, dass die USA nun automatisch riesige Mengen Bitcoin am freien Markt kaufen werden.

Aber für mich hat sich trotzdem etwas Grundsätzliches verändert. Die größte Volkswirtschaft der Welt behandelt Bitcoin offiziell als strategisches Reserve-Asset. Was passiert, wenn andere Staaten irgendwann zu einem ähnlichen Schluss kommen?

Bei Gold sehen wir, welche Größenordnungen möglich sind. Zentralbanken und andere offizielle Institutionen besitzen Gold im Wert von ungefähr 5 Billionen Dollar. World Gold Council

Wenn Bitcoin langfristig auch nur einen Teil dieser Rolle übernimmt, entsteht eine zusätzliche Nachfragequelle. Und Staaten können nicht darauf warten, dass irgendwann 30 oder 40 Millionen Bitcoin verfügbar sind. Es wird sie niemals geben.

Die Spot-Bitcoin-ETFs haben eine weitere Tür geöffnet

Ein weiterer entscheidender Schritt war für mich die Zulassung der amerikanischen Spot-Bitcoin-Produkte. Am 10. Januar 2024 genehmigte die US-Börsenaufsicht SEC die Notierung und den Handel mehrerer Spot-Bitcoin-ETPs. Die Originalerklärung der SEC findet sich hier direkt bei der US-Börsenaufsicht.

Damit wurde für institutionelle und traditionelle Anleger eine weitere große Hürde beseitigt. Sie müssen nicht zwangsläufig selbst Bitcoin kaufen, Private Keys sichern und eigene Wallet-Infrastruktur betreiben, sondern können Bitcoin-Exposure über regulierte Finanzprodukte aufbauen.

Für mich ist das langfristig wichtiger als die Frage, ob in einer einzelnen Woche Geld in die ETFs hinein- oder herausfließt. Bitcoin ist damit ein Stück weiter im traditionellen Finanzsystem angekommen.

Und dann gibt es noch eine viel größere Welt als Gold

Der Goldvergleich ist schon beeindruckend. Aber langfristig konkurriert Bitcoin möglicherweise nicht ausschließlich mit Gold. Menschen speichern Vermögen in Bargeld und Bankguthaben, Anleihen, Aktien, Immobilien, Edelmetallen und vielen anderen Vermögenswerten.

Hier muss man bei Vergleichen allerdings vorsichtig sein. Geldmenge, Vermögen und Marktkapitalisierung sind nicht dasselbe. Deshalb sollte man beispielsweise die globale M2-Geldmenge nicht einfach mit der Bitcoin-Marktkapitalisierung gleichsetzen.

Als Größenvergleich ist sie trotzdem interessant. Denn das weltweite Geldsystem bewegt sich in Dimensionen von weit über 100 Billionen Dollar. Und Bitcoin muss dieses System überhaupt nicht ersetzen. Das halte ich auch nicht für ein realistisches Szenario. Viel interessanter ist für mich eine andere Überlegung:

Was passiert, wenn langfristig lediglich einige Prozent des Vermögens, das Menschen heute in anderen Wertspeichern halten, zusätzlich in Bitcoin fließen?

Bei einem begrenzten Angebot kann bereits eine relativ kleine Verschiebung enorme Auswirkungen auf die Bewertung haben.

📊 Größenvergleich Bitcoin, Gold und Geldmenge

Größenvergleich Bitcoin, Gold und Geldmenge
Bitcoin ist bereits ein global bedeutender Vermögenswert. Im Vergleich zu Gold und dem weltweiten Geldsystem befindet er sich jedoch weiterhin in einer völlig anderen Größenordnung.

Welche Bitcoin-Kurse sind langfristig überhaupt denkbar?

Hier möchte ich bewusst zwischen möglich und wahrscheinlich unterscheiden. Niemand weiß, wo Bitcoin in fünf, zehn oder zwanzig Jahren stehen wird. Auch ich nicht. Aber wir können verschiedene Szenarien durchspielen.

150.000 bis 250.000 Dollar – weitere Adoption

In diesem Szenario etabliert sich Bitcoin weiter als alternativer Wertspeicher. ETFs bleiben erfolgreich, institutionelle Anleger halten kleinere Bitcoin-Positionen und die weltweite Akzeptanz steigt weiter.

Bei 250.000 Dollar hätte Bitcoin bei 21 Millionen BTC eine theoretische Marktkapitalisierung von etwa 5,25 Billionen Dollar. Das wäre enorm – aber weiterhin nur ungefähr ein Sechstel des heutigen Goldwertes.

500.000 Dollar – Bitcoin wird ernsthafter Konkurrent von Gold

Hier müsste Bitcoin deutlich stärker als globaler Wertspeicher akzeptiert werden. Institutionelle Anleger müssten größere Allokationen halten, Unternehmen Bitcoin stärker als Reserve einsetzen und möglicherweise weitere Staaten strategische Bestände aufbauen.

Bei 500.000 Dollar läge die theoretische Marktkapitalisierung bei ungefähr 10,5 Billionen Dollar. Das entspricht ungefähr einem Drittel des heutigen Goldmarktes. Für mich ist das langfristig kein mathematisch absurdes Szenario.

Eine Million Dollar – Bitcoin erreicht eine neue Größenordnung

Jetzt sprechen wir von einer völlig anderen Welt.

Bei einer Million Dollar je Bitcoin würde die Marktkapitalisierung auf Basis von 21 Millionen BTC ungefähr 21 Billionen Dollar betragen.

Bitcoin müsste dafür weltweit als bedeutender Wertspeicher etabliert sein. Institutionelle Anleger müssten ihn selbstverständlich in ihre Portfolios integrieren und vermutlich müssten auch weitere Staaten Bitcoin als Reserve halten. Trotzdem ist eine interessante Feststellung:

Selbst bei einer Million Dollar wäre Bitcoin nach dieser Rechnung noch kleiner als der heutige gesamte Goldmarkt.

Rund 1,5 Millionen Dollar – Bitcoin erreicht den heutigen Goldwert

Würde Bitcoin ungefähr die heutige Marktkapitalisierung des gesamten oberirdischen Goldbestands von 31 Billionen Dollar erreichen, ergäbe sich bei 21 Millionen BTC ein theoretischer Preis von rund:

1,48 Millionen Dollar je Bitcoin. Das ist kein Kursziel. Aber es ist eine mathematisch nachvollziehbare Größenordnung.

Zwei Millionen Dollar und mehr – globales Reserve-Asset

Hier verlassen wir endgültig den Bereich, den ich heute als einigermaßen greifbar bezeichnen würde.

Zwei Millionen Dollar je Bitcoin würden einer Marktkapitalisierung von ungefähr 42 Billionen Dollar entsprechen.

Bitcoin wäre damit größer als der heutige Goldmarkt. Damit das passiert, dürfte Bitcoin nicht mehr nur als digitales Gold betrachtet werden. Er müsste sich wahrscheinlich zu einem bedeutenden Bestandteil des internationalen Finanz- und Reservesystems entwickeln.

Ist das unmöglich? Nein.  Würde ich heute behaupten, dass es passiert? Ebenso wenig.

📊 BTC-Kurs und notwendige Marktkapitalisierung

BTC-Kurs und notwendige Marktkapitalisierung
Die dargestellten Werte sind Szenarien und keine Kursprognosen. Je höher der angenommene Bitcoin-Kurs, desto größer muss die globale Nachfrage nach Bitcoin als Vermögens- und Reservewert werden.

Der entscheidende Faktor ist für mich die Akzeptanz

Am Ende laufen fast alle diese Überlegungen auf einen Punkt hinaus. Bitcoin ist knapp. Aber Knappheit allein erzeugt noch keinen Wert. Etwas kann extrem selten sein und trotzdem niemanden interessieren. Entscheidend ist deshalb die Kombination aus Knappheit und Nachfrage.

Wenn Menschen Bitcoin zunehmend als Wertspeicher betrachten, institutionelle Anleger Kapital hineinbringen, Unternehmen Bitcoin halten und Staaten beginnen, ihn als strategisches Reserve-Asset zu betrachten, trifft eine potenziell wachsende Nachfrage auf ein Angebot, das nicht entsprechend ausgeweitet werden kann. Genau darin liegt für mich die langfristige Bitcoin-These.

Weitere Beiträge zu Bitcoin, Blockchain und Kryptowährungen sammle ich übrigens in meiner Kategorie Bitcoin & Krypto

Was gegen diese Rechnung spricht

Bei aller Begeisterung für Bitcoin darf man die Gegenseite nicht ausblenden. Bitcoin könnte regulatorisch stärker eingeschränkt werden. Staaten könnten die Selbstverwahrung oder Transfers erschweren. Die institutionelle Nachfrage könnte stagnieren. Technologische Probleme könnten Vertrauen beschädigen. Ein anderer Vermögenswert könnte langfristig Funktionen übernehmen, die heute Bitcoin zugeschrieben werden.

Und Bitcoin bleibt ausgesprochen volatil. Genau deshalb wäre es ein Fehler, aus den 21 Millionen Bitcoin automatisch einen ständig steigenden Kurs abzuleiten.

Das begrenzte Angebot ist nur eine Seite der Gleichung. Die andere Seite ist die Nachfrage. Wenn diese Nachfrage nicht weiter wächst, funktionieren auch die bullischen Szenarien dieses Artikels nicht. Umgekehrt gilt allerdings ebenfalls: Wenn die Nachfrage über Jahre deutlich steigt, lässt sich das Angebot nicht entsprechend ausweiten. Und genau diese Kombination macht Bitcoin für mich so interessant.

Meine persönliche Sicht

Ich beschäftige mich schon lange mit Bitcoin, und für mich hat sich die eigentliche Investmentthese über die Jahre verändert. Am Anfang stand vor allem die Technologie im Vordergrund. Heute sehe ich Bitcoin zunehmend als einen knappen digitalen Vermögenswert in einer Welt, in der staatliches Geld prinzipiell unbegrenzt vermehrbar ist.

Dass inzwischen regulierte Spot-Bitcoin-Produkte existieren und mit den USA sogar die größte Volkswirtschaft der Welt eine strategische Bitcoin-Reserve eingerichtet hat, hätte vor einigen Jahren noch wie eine ausgesprochen optimistische Bitcoin-Prognose geklungen. Heute ist es Realität. Deshalb halte ich langfristig auch Bitcoin-Kurse für möglich, die heute noch extrem erscheinen.

Ob wir 250.000, 500.000 oder irgendwann eine Million Dollar sehen werden, weiß niemand. Ich würde mich auch nicht auf ein bestimmtes Jahr oder einen bestimmten Kurs festlegen. Viel wichtiger finde ich eine andere Frage:

Welche Rolle wird Bitcoin in zehn oder zwanzig Jahren im weltweiten Finanzsystem spielen?

Wenn Bitcoin lediglich ein spekulativer Vermögenswert bleibt, dürften viele der extremen Kursprognosen niemals Realität werden. Wenn er sich dagegen neben Gold als globaler Wertspeicher etabliert, weitere Staaten Bitcoin-Reserven aufbauen und institutionelle Anleger einen kleinen, aber dauerhaften Teil ihres Vermögens in Bitcoin halten, dann sieht die Rechnung vollkommen anders aus.

Bei maximal 21 Millionen Bitcoin braucht es dafür nicht einmal eine Ablösung unseres bestehenden Geldsystems. Bitcoin müsste lediglich einen Teil des weltweiten Wertspeichermarktes für sich gewinnen. Und genau deshalb ist für mich die Marktkapitalisierung viel interessanter als irgendein Kursziel für das nächste Jahr.

Eine Million Dollar für einen Bitcoin klingt zunächst unglaublich. Eine Marktkapitalisierung von 21 Billionen Dollar in einer Welt, in der allein der heutige Goldbestand rund 31 Billionen Dollar wert ist, klingt zumindest nicht mehr völlig absurd.

Ob Bitcoin diese Größenordnung jemals erreicht, entscheidet am Ende nicht irgendeine Prognose. Es entscheidet die Akzeptanz.

Dieser Artikel stellt meine persönliche Einschätzung und verschiedene theoretische Szenarien dar. Die genannten Bitcoin-Kurse sind keine Prognosen und keine Anlageberatung. Die tatsächliche Entwicklung hängt unter anderem von Akzeptanz, Regulierung, technologischer Entwicklung, Wettbewerb und makroökonomischen Bedingungen ab.

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