Ich beschäftige mich schon länger mit Tokenisierung und Real World Assets. In den vergangenen Monaten hatte ich immer stärker das Gefühl: Hier kommt gerade richtig Bewegung hinein. Und inzwischen sind es nicht mehr nur irgendwelche kleinen Krypto-Projekte, die darüber sprechen.
Was mich besonders beeindruckt: Die Entwicklung findet gleichzeitig auf mehreren Ebenen statt.
Die EZB hat am 21. September mit Pontes ihre Lösung für die Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte in Zentralbankgeld gestartet. Gleichzeitig bereitet sie vor, selbst einen kleinen Teil ihrer eigenen Mittel in tokenisierte Wertpapiere zu investieren. Für mich ist das ein ziemlich deutliches Signal dafür, wie ernst das Thema mittlerweile genommen wird.
Auch in der Kryptowelt geht es schnell voran. Ondo Finance hat gerade neue Onchain-Portfolios vorgestellt, deren zugrunde liegende Anlagestrategien von BlackRock für Ondo entwickelt wurden. Ondo bietet außerdem bereits tokenisierte Aktien und ETFs an.
Coinbase baut mit Coinbase Tokenize ebenfalls Infrastruktur für diese neue Finanzwelt. Tokenisierte Aktien werden dort 1:1 durch echte Aktien gedeckt und auf Base ausgegeben. Circle wiederum hat im September mit Arc eine eigene Layer-1-Blockchain gestartet, die ausdrücklich für Finanzmärkte und Geldbewegungen entwickelt wurde.
- Quelle: Ondo Finance – Intelligent Portfolios
- Quelle: Coinbase – Coinbase Tokenize
- Quelle: Circle – Start des Arc Mainnets
Währenddessen liegt das Geld weiter auf dem Sparbuch
Das ist der Punkt, den ich besonders spannend finde. Wir sehen Entwicklungen bei Zentralbanken, Vermögensverwaltern, Börsen, Stablecoins und Blockchains – auf verschiedenen Kontinenten und zunehmend miteinander verbunden.
Und gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass ein großer Teil der Bevölkerung davon praktisch überhaupt nichts mitbekommt. Viele Menschen beschäftigen sich weder mit Tokenisierung noch mit Real World Assets und lassen ihr Geld weiterhin auf Sparbuch oder Girokonto liegen.
Das muss natürlich nicht falsch sein. Nicht jeder möchte Risiken eingehen oder sich täglich mit Finanzmärkten beschäftigen. Aber ich glaube, dass gerade im Hintergrund eine Veränderung stattfindet, deren Bedeutung viele erst wesentlich später erkennen werden.
Wo ich persönlich die Chancen sehe
Für mich sind deshalb Projekte und Unternehmen wie Ondo, Injective, Coinbase oder Circle besonders interessant. Nicht weil automatisch jedes davon zum großen Gewinner werden muss. Genau das weiß heute niemand.
Ich sehe sie vielmehr als unterschiedliche Möglichkeiten, an derselben langfristigen Entwicklung beteiligt zu sein: Traditionelle Vermögenswerte und die Blockchain-Welt wachsen zunehmend zusammen.Dass dieser Markt noch relativ jung ist, gehört für mich gerade zum Reiz – aber natürlich auch zum Risiko. Coinbase Research bezeichnet Real World Assets inzwischen als möglichen dritten großen Bereich digitaler Assets neben Stablecoins und klassischem Krypto. Gleichzeitig sind tokenisierte Vermögenswerte im Vergleich zu den traditionellen Finanzmärkten weiterhin ein kleiner Markt.
Ich habe bereits in meinem Grundlagenartikel „Tokenisierung: Wenn Besitz digital wird“ beschrieben, warum mich diese Entwicklung so fasziniert.
Heute bin ich davon eher noch überzeugter als damals. Wir stehen meiner Meinung nach nicht am Ende dieser Entwicklung – sondern ziemlich weit am Anfang.





